Wie tief ist die Schärfe oder wie scharf die Tiefe? – Ein kleiner Exkurs zum Thema Tiefenschärfe

Vorne scharf und hinten unscharf: So muss es sein. Foto: © Heiner Hänsel

Zuerst möchte ich mal klarstellen, dass Schärfentiefe und Tiefenschärfe das Gleiche bedeuten. Im Allgemeinen drückt man damit aus, dass die Tiefe des Raumes auf dem Foto scharf abgebildet wird, je nachdem welche Ebene fokussiert werden soll. Das bedeutet, dass Objekte die sich außerhalb der Schärfentiefe befinden unscharf abgebildet werden.

Die verwendete Blende und die Schärfentiefe

Die Blende kann man mit dem menschlichen Auge vergleichen. Eine kleine Blende (großer Blendenwert) verringert die Lichtmenge die auf den Sensor fällt und der Schärfebereich wird größer. Das bedeutet umgekehrt, je kleiner der Blendenwert wird (große Blende), desto kleiner wird auch der Schärfebereich. Ein kleiner Blendenwert macht sich besonders in der Portraitfotografie bemerkbar und ist dort sehr beliebt. Dadurch wird die fotografierte Person scharf und der Hintergrund unscharf dargestellt.

Die Brennweite in Bezug auf die Schärfentiefe

Aber nicht nur die Blende, sondern die Brennweite und der Abstand zum Motiv spielen eine Rolle bei der Schärfentiefe. Ist der Abstand zum Motiv sehr gering, kommt es bei einem kleinen Blendenwert zu einem geringen Schärfebereich. Setzt man nun eine große Brennweite ein, wird der Schärfebereich noch geringer. In Bezug auf die Schärfentiefe sollte man sich die folgenden drei Punkte merken:
– je kleiner der Blendenwert ist, desto geringer ist die Schärfentiefe
– je näher die Kamera an das zu fotografierende Objekt kommt, desto geringer ist die Schärfentiefe
– je größer die Brennweite ist, desto geringer ist die Schärfentiefe

APSC versus Vollformat

Der Sensor an einer Vollformatkamera ist etwas 1,6-mal größer als der mit einem APSC-Sensor. Dadurch kann man mit diesem auch mehr Licht einfangen und erhält ca. eine Blendenstufe mehr. Das bewirkt auch, dass im High-ISO-Bereich deutlich rauschärmere Bilder erzeugt werden können. Das bedeutet in Bezug auf die Schärfentiefe: je kleiner der Sensor der Kamera ist, desto größer wird die Schärfentiefe. Das Freistellungspotential wird dadurch bei einer Vollformatkamera größer, was einem besonders bei Portraits wieder zugutekommt. Bei einer Kamera mit APSC-Sensor müsste man um zu dem gleichen Ergebnis zu kommen eine Stufe weiter abblenden.

Der Crop-Faktor: 1,6

Wie bereits erwähnt ist der Sensor einer Vollformatkamera etwa 1,6 Mal größer. Das bedeutet, dass ein 50mm Objektiv an einer APSC-Kamera gleich einem 80mm Objektiv an einer Vollformatkamera entsprechen würde. Auch wenn es sich nicht wirklich um eine Brennweitenverlängerung handelt, wird hier der Eindruck erweckt, da nur ein kleinerer Teil des Bildes abgedeckt werden kann.

Falls noch Fragen zum Thema offen sind, schreiben Sie uns. Wir helfen gerne weiter!

Fotos: © Heiner Hänsel

1 Kommentar zu Wie tief ist die Schärfe oder wie scharf die Tiefe? – Ein kleiner Exkurs zum Thema Tiefenschärfe

  1. Besonders die Begriffe kleine und große Blende konnte ich mit nie sie richtig merken. Die Erklärung mit dem Blendenwert ist eifacher und ist jetzt gespeichert 😉
    Danke!

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